29 – In die kühlen Höhen von Kolumbiens Anden (KOL2)

Bevor wir die Küste Richtung Süden und Hochgebirge verlassen, machen wir noch einen Schwenk nach Norden zum nah am Meer gelegenen Vulcano Tutomo. Dieser ist ein Schlammvulkan mit einem nur 15 m hohen Kegel. Die Masse ist kühl und träge. Als wir uns in die Masse begeben, fühlen wir uns wie Korken, wir treiben oben. Ein komisches Gefühl, ähnlich dem Schwimmen im Toten Meer. Aber wir tun es wegen der Gesundheitsförderung. Nach dem Matschbad muss das Ganze wieder ab. Wer nun denkt, ab in die Dusche und fertig, irrt. Wir sind in Südamerika. Mit einer Handbewegung wird uns die 150 m entfernte Lagune als Säuberungsstätten gezeigt. Geht auch, dauert nur ein bisschen länger.

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Der Weg nach Süden erfolgt durch Flachland. Die Temperaturen sind hoch. Die Straße fast nur einspurig und oft in schlechtem Zustand. Der Verkehr ist auch wie schon vermutet stark und überholen ein Geduldspiel. Besonders arg ist der LKW-Verkehr, da die Trucks in den Steigungen oft langsamer als 30km/h fahren. Wir fahren den Highway 25 und kommen nur schwer vorwärts. Unser anvisiertes Etappenziel wird unrealistisch und wir entscheiden uns spontan zu einem Hotelstopover. Das Zimmer mit Klimaanlage ist günstiger als ein Campingplatz in Europa 😊

If you want to go fast, go alone.

If you want to go far, go together.    unkown

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Die Nachttemperaturen sind noch zu hoch, da wir noch nicht hoch genug in die Berge gefahren sind. Der Folgetag wird noch eindrucksvoller. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38km/h rollen wir gen Süden. Zur Abwechslung müssen wir ab und zu an Mauthäuschen halten und cash bezahlen. Wer glaubt, dass nach einer Zahlstelle eine besserer Straßenabschnitt kommt, irrt erneut. Im Dunkeln erreichen wir noch Medellin.

In Medellin organisieren wir viel. In dieser wirklichen Großstadt suchen wir VW-Ersatzteile und kaufen sie, gehen prophylaktisch zum Zahnarzt, suchen einen Osteopathen auf, aber auch Touristisches steht auf der Agenda. Im ehemaligen berüchtigten kriminellen Stadtteil Commune 13 suchen wir die längste Rolltreppenanlage der Welt auf. Durch den wortwörtlichen Anschluss dieses Stadtteils der Armen ist eine sehr positive und beruhigende Wirkung eingekehrt. Die ehemals sagenhaft hohe Mordrate ist heute geringer als in anderen südamerikanischen Städten. Das Gassengewirr ist eng, aber die unzähligen Graffitis sind so spannend, dass wir ganz begeistert stehen bleiben und sie bewundern. Im Stadtzentrum bummeln wir umher, und treffen auf viel Armut. Westlicher Lebensstandard und bittere Armut leben extrem nah beieinander. Der Park Botero mit seinen über 20 Plastiken ist ein Muss. Botero ist DER Künstler Kolumbiens und besonders für seine ausladenden (Frauen)-Figuren bekannt. Medellin liegt auf 1600 m Höhe und für die 2. Nacht fahren wir nach Santa Elena hoch, weitere 1000 m höher. Dort gibt’s einen kleinen Campingplatz. Die Nacht ist traumhaft. Wir benutzen unsere Schlafdecke mal wieder richtig und schlafen tief und gewärmt. Bevor wir aber in den Alkoven kriechen, haben wir einen feinen Abend mit einem englischen Langzeitreisepaar. Es gibt viele Tipps und Anekdoten und der Abend ist richtig schön.

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Vom Campingplatz aus sehen wir unser nächstes Ziel, den Piedra del Penol, einen riesigen Monolithen in Santa Elena. So nah er uns erscheint, wir brauchen 90 Minuten Fahrzeit zu ihm. Direkt daneben liegt Guatape. Wir schlafen dort, um als Early Bird den angekündigten Massen ab 10 Uhr zu entgehen. Ein sehr großer Monolith von 200 m Höhe steht dort auf den Anhöhen und ist mit einer zick-zack-Treppenanlage und 702 Stufen zu besteigen. Als eine der Ersten nehmen wir den Aufstieg in Angriff. Der Ausblick ist toll, da ringsum eine Seenlandschaft die Hänge umspielt. Der See versorgt ca. 1/3 von Kolumbien mit Strom. Wenige Fahrminuten entfernt liegt das Dort Guatape. Es lebt heute nur vom Tourismus. Der Ortskern ist ein Wahnsinn. Ein Farb- und Motivspektakel sondergleichen. Alle Häuser haben einen Motivsockelstreifen und die Auswahl der zu sehenden Motive ist unendlich.

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Als die Mittagswärme mehr wird, klettern wir in den Wagen und rollen nach Osten zum Rio Claro. Dort sind wir enttäuscht, dass unser geplantes Wasservorhaben nicht realisierbar ist. Stattdessen möchten wir zur Hacienda Napoles. Die Hacienda ist heute mit ihren 20 qkm ein öffentlicher Zoo und Abenteuerpark. Früher war es der private Spielpark und Wohnsitz des Drogenbarons Pablo Escobar. Da wir zu spät dran sind und die Hitze uns plagt, vertagen wir unseren Besuch auf den nächsten Tag und steigen in einem kleinen und modernen einfachen Hotel ab. Am nächsten Morgen stehen wir vor der großen Hitze um 9.00 Uhr am Ticketschalter, starten den Rocky und stoppen bei den Flusspferden. Aus ehemals 4 Tieren ist heute eine Herde mit etwa 50 Tieren entstanden. Umgebung und Temperaturen samt Platzangebot sind sehr tierfreundlich. Der Park hat einen afrikanischen Schwerpunkt und ist sehr weitläufig. Spannend finden wir die zahlreichen Iguanas, die überall frei zu finden sind. Sie klettern eigenständig umher, wie es ihnen gefällt. Einer schwamm sogar zügig an uns im See vorbei.

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In der Ebene bei der Hacienda Napoles ist es heiß, wir ziehen uns in die Berge zurück, wo es deutlich kühler ist. Weiter gen Osten gehts. Der Asphalt auf Highway 60 endet bald und 61 km geht es über Schotter und Steine. Am späten Nachmittag ist mal wieder ein Schwimmbad & Hotel unser Endziel. Der Pool hat 30°C, aber es tut trotzdem gut. Die Nacht ist ruhig. Wir haben spontan erfahren, dass eine Kakao-Plantage in der Nähe liegt und dort Führungen in Englisch gemacht werden können. Das sagt uns zu und so werden wir Morgen den Tag beginnen.

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nehmen wir 8km Piste auf uns, um zur Finca San Luca zu kraxeln. Die Landschaft auf den steilen Berghängen ist fantastisch, ebenso wie der Fincabesitzer Alejandro. Er zeigt uns seine Finca mit Campspot und klettert dann mit uns durch die Plantage. Diese liegt auf 1400m Höhe. Wir erfahrn, dass die Kakaopflanze zweimal im Jahr geerntet wird und er nun eine andere Kakaosorte anbaut, die einen 6x höheren ertrag bringt. Da die Kakao-Pflanzen viel Schatten benötigen stehen zwischendurch pberall Bananen- und Maispflanzen, die besonders die jungen kleinen Pflänzchen beschatten sollen. Der Produktionsweg und die Fermetierungsmethode bekommen wir erklärt und schließlich dürfen wir auch eine Bohne klassisch erschlagend öffnen und die Bohnen lutschend kennen lernen. Ein sehr süßer und überhaupt nicht an Kakao erinnernder Geschmack. Mit einer Tafel Schokolade mit 75%-Kakaoanteil und einem echten Kakao-Whiskey nehmen wir Abschied und steuern weiter gen Osten.

 

2 Kommentare zu „29 – In die kühlen Höhen von Kolumbiens Anden (KOL2)

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